Am 9. Januar präsentierten das Nationale Parken Bureau und das Collectief Natuurinclusief den Leitfaden Nationale Parks als Katalysator für Gesundheit. Einige nationale Parks wenden diesen Leitfaden inzwischen an. Wie ist der Stand der Dinge? Und was können andere Parks daraus lernen?
Nationalpark Utrechtse Heuvelrug (NPUH)
Um Einblicke zu gewinnen, was sich rund um Gesundheit und Natur im Nationalpark Utrechtse Heuvelrug abspielt und welche Rolle der Park dabei spielen kann, wurden in den letzten Monaten orientierende und vertiefende Gespräche mit verschiedenen Parteien aus der Region geführt.
Am 14. April fand ein Workshop statt mit Vertretern unter anderem von Gemeinden, der Provinz, Gebiet verwaltenden Organisationen, dem Jugendrat NPUH und der Freien Universität. Während dieses Treffens kam ein gemeinsames Gefühl der Dringlichkeit in Bezug auf Einsamkeit bei Jugendlichen und älteren Menschen, eingeschränkte Mobilität und verwirrtes Verhalten zum Ausdruck. Besonders die Einsamkeit, die alle Altersgruppen betrifft, weckt großes Engagement.
Zugleich wurde deutlich, dass mehr Verbindung zwischen dem sozialen Bereich, zu dem auch Gesundheit gehört, und dem physischen Bereich der Natur erforderlich ist. Es wurde ausdrücklich der Wunsch geäußert, sich vor allem auf Viertel mit niedrigem sozioökonomischen Status zu konzentrieren, wo die Hürden für den Besuch der Natur gesenkt werden können. Dabei liegt der Fokus auch auf Bereichen in der Nähe der Wohnhäuser und auf Übergangszonen, Orte, an denen städtische Gebiete und Natur aufeinandertreffen.
Die bis jetzt gesammelten Einsichten werden in der kommenden Zeit zusammen mit Stakeholdern im Gebiet in ein oder mehrere konkrete Pilotprojekte übersetzt. Ziel ist es, die Natur, auch in der Nähe von Wohnhäusern, zugänglicher zu machen, Begegnungen zu fördern und zur Gesundheit der Bewohner beizutragen.
Nationalpark Zuid-Kennemerland
Der Nationalpark Zuid-Kennemerland stellt eine klare Verbindung mit dem Regiodeal MRA-West her, der auf Wohlstand in einem umfassenden Sinne abzielt, einschließlich einer gesunden Lebensumgebung. Aus diesen Treffen heraus erkundet der Nationalpark derzeit zwei konkrete Kooperationen:
- Eine umfassende Zusammenarbeit rund um ‚Wohlsein auf Rezept‘, ‚Natur auf Rezept‘ und einen stadtteilorientierten Ansatz.
- Eine Erkundung mit Zorgbalans im Rahmen des Themas Soziales Herangehen an Demenz: Wie können wir von dieser wertvollen Form der Pflege aus mehr Verbindung mit der Natur herstellen?
Darüber hinaus sieht der Nationalpark Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Nieuw Unicum, einer Organisation für Menschen mit MS oder erworbener Hirnschädigung. Deren Standort liegt am Rande des Nationalparks und grenzt an die Amsterdamse Wasserleitungsdünen. Der große Garten um ihren Standort bedarf viel Pflege. Der Nationalpark erkundet derzeit, wie er mit verschiedenen Zielgruppen und Organisationen daran zusammenarbeiten kann, zum Beispiel durch gemeinsame Gartenpflege.
Schließlich wird mit den Förstern in und um den Nationalpark untersucht, ob sie eine Rolle bei der Weitergabe von Wissen und Expertise spielen können.
Nationalpark Van Gogh
Zehn engagierte Partner meldeten sich im Van Gogh Nationalpark, um über die Beziehung zwischen Natur & Gesundheit nachzudenken und Input zu liefern. Sie möchten vor allem an der psychischen Gesundheit arbeiten, Prävention betreiben und einen Fokus auf positive Gesundheit legen. Die Zielgruppe der Jugendlichen wurde dabei ausdrücklich genannt.
Am 12. Mai fand ein Workshop mit verschiedenen Partnern statt, darunter IVN, NFH, Het Groene Woud, Staatsbosbeheer, verschiedene Gemeinden, die Provinz und die Avans Hochschule. Während dieses Treffens wurden verletzliche Jugendliche, pflegende Angehörige und Nachbarn als wichtige Zielgruppen hervorgehoben. Die Partner sprachen miteinander über einen gemeinsamen Einsatz und mögliche Projekte. Ein wiederkehrendes Thema war die Einbeziehung von Studierenden und Jugendlichen. Die Partner prüfen, wie sie aktiv zu Projekten beitragen können, zum Beispiel über ein ‚Living Lab‘, in dem Studierende Lösungen innerhalb des Van Gogh Nationalparks entwickeln. Außerdem denken sie daran, von Studierenden für Jugendliche Vitalitätsprogramme zu erstellen, die sich auf Themen wie Ernährung, Gesundheit, Natur und Lebensstil konzentrieren.
Darüber hinaus bietet das Programm Green Escape möglicherweise wertvolle Ansätze für Jugendprojekte. Es kamen auch verschiedene andere vielversprechende Konzepte auf, wie: Stadtteilorientierter Ansatz, Gesunde Nachbarschaften und Natur auf Rezept. Der Van Gogh Nationalpark kann dabei eine wichtige Rolle als Vermittler und Förderer spielen. Der nationale Park kann zusammen mit den beteiligten Parteien konkrete Programme aufsetzen, die Natur und Gesundheit verbinden.
Nationalpark Dünen von Texel
Der Nationalpark Dünen von Texel möchte eine nachhaltige, regionale Zusammenarbeit auf Texel schaffen, in der Natur und Gesundheit Hand in Hand gehen. Um gut auf das einzugehen, was vor Ort lebt, hat der Nationalpark in den letzten Monaten Gespräche mit Gemeinden, Gesundheitsanbietern, Wohlfahrtsorganisationen und Freiwilligeninitiativen geführt. Der Fokus liegt darauf, bestehende Initiativen zu verbinden und die Zusammenarbeit zwischen Organisationen und den vielen aktiven Freiwilligen auf der Insel zu stärken. Aus den ersten Gesprächen und einem gemeinsamen Beginn wurden unter anderem folgende Chancen aufgezeigt:
- Stärkung der Zusammenarbeit zwischen ‚Wohlsein auf Rezept‘ und ‚Natur auf Rezept‘, wobei die Gemeinde und der Nationalpark gemeinsam vorgehen;
- Inventarisierung und Bündelung von Organisationen, mit besonderem Augenmerk auf die Verbindung mit Wandergruppen und den Einsatz von Freiwilligen;
- Entwicklung von körperlichen Aktivitäten für kleine Kinder, die darauf abzielen, ihren Kontakt mit der Natur zu stärken und ihre Widerstandskraft durch die Exposition gegenüber gesunden Bodenorganismen zu verbessern.
Der Nationalpark Dünen von Texel möchte 2026 ein inspirierendes Beispiel für andere Nationalparks sein. In diesem Jahr organisiert der Nationalpark ein (Mini-)Symposium rund um die oben genannten Themen, mit dem die Insel ihre Vorreiterrolle weiter ausbauen möchte.
Projektleiter Niels Reinders hilft dabei den oben genannten Parks. Dies geschieht im Auftrag des Nationalparkbüros mit Unterstützung des Kollektivs Naturintegriert, Bereich Gesundheit. Auch in anderen Nationalparks ist Natur und Gesundheit ein wichtiges Thema. So wie im Nationalpark De Maasduinen, wo Hausarzt Hans Peter Jung aus Afferden zusammen mit IVN dazu anregt, Natur öfter als Medizin zu verschreiben. Inzwischen sind die sogenannten Biowalks ein Erfolg. Oder die Eröffnung eines Achtsamkeitswegs im Nationalpark De Alde Faenen.
In den oben beschriebenen schönen Entwicklungen fungieren Nationalparks hauptsächlich als Initiator und Vermittler. Es gibt viel Enthusiasmus und Vertrauen, um Natur und Gesundheit fest zu verbinden, mit dem Ziel einer gesunden Lebensumgebung für alle. In Zeiten von Schrumpfung und Einsparungen lassen konkrete Ergebnisse möglicherweise etwas länger auf sich warten, aber die ersten Schritte sind getan. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg und es können schöne Kooperationen in Nationalparks entstehen.